Tschüss Neuseeland!

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Die Luft war ein wenig raus. Die spektakulären Gegenden hatte ich mit der Südinsel hinter mir gelassen und ich fuhr nun durch schier endloses  Farmland wieder Richtung Auckland. Dafür war es nun endlich Sommer und an einigen Tagen war es erstmals seit langem wieder fast zu warm zum Radeln. Ich war es nicht mehr gewöhnt die Sonne zu meiden und wurde direkt mit einem Sonnenbrand bestraft.

Neuseelands Farmland hat den Nachtteil für Radler, dass es fast unmöglich ist Plätze zum Wildcampen zu finden, zumindest wenn man so wie ich nicht über Zäune klettern will. Allerding ist es nicht wirklich ein Nachteil, da Neuseelands Farmer mit die freundlichsten Menschen sind, die ich bisher beim Reisen getroffen habe. Eine freundliche Frage, ob ich mein Zelt irgendwo für eine Nacht aufstellen könnte, wurde keinmal abgelehnt. Einige Male wurde ich sogar noch zum Essen eingeladen und allerhand Dinge über Neuseelands Bauern gelernt.

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Als letztes Highlight in Neuseeland wollte ich durch den Te Urewera National Park. Ich hatte eigentlich keine Erwartungen und habe die Route zunächst nur gewählt, da ich nicht mehr genügend Zeit hatte entlang des Ostkapps zu radeln und mir die Straße als sehr ruhig erschien. Und das war sie auch. Über 100km Schotterpiste, die auf und ab durch dichten Regenwald führte. Wohl der größte Urwald auf der Nordinsel. Es war warm und schwül, ich schwitzte viel und es fühlte sich tatsächlich an wie in Südostasien. Im Zentrum des Nationalparks liegt der See Waikaremoana, an dem ich eine Nacht zeltete.

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Südlich von Rotorua kam ich nochmal in den Genuss von heißen Quellen mit dem passenden Namen ‘Kerosene Creek’. Zum Glück roch das Wasser nicht nach Treibstoff, sondern war einfach super angenehm warm. Perfekt um die Beinmuskeln sich von der steilen Straße im Nationalpark erholen zu lassen. Hätte ich genügend zu Essen dabei gehabt, hätte ich dort bestimmt gezeltet.

Von dort waren es nur noch ein paar einfache Tage bis nach Auckland. Die letzten zwei Tage führten sogar wieder durch bekanntes Terrain und ich begann zu realisieren, dass meine Zeit in Neuseeland nach fast 5000km nun so gut wie vorbei ist. Viel habe ich gesehen, weitaus mehr als ich erwartet hatte, aber definitiv nicht alles. Leider habe ich keinen der vielen Treks gemacht, was allerding ein Grund ist, irgendwann erneut nach Neuseeland zu reisen. Die Landschaft hatte viel zu bieten, aber das hatte ich ja schon erwarte. Vor allem werden mir die Menschen in Erinnerung bleiben und jedes weitere Land wird es schwer haben, Neuseeland in der Gastfreundschaft zu toppen.

Lange hatte ich überlegt, wo es nach Neuseeland hingehen sollte. Meine Reise zu beenden konnte und ich mir noch nicht vorstellen, auch wenn ich jetzt schon über zwei Jahre unterwegs bin und öfters auch mal darüber nachdenke. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass ich nach ein bis zwei Monaten zurück in Deutschland mich wieder ans Reisen sehnen werde und ich es bereuen werde nicht die Möglichkeit genutzt zu haben. Zeit habe ich sowieso genug  und glücklicherweise habe ich auch noch genügend Erspartes aus Australien, um für eine Weile weiterzureisen.

Eigentlich hatte ich seit längerem vorgehabt zurück nach Asien zu fliegen, doch während meiner letzten Wochen in Australien änderten sich meine Pläne. Zufällig saß ich eines Tage neben einer Weltkarte, betrachtete Südamerika und stellte mir vor dort mit meinem Rad zu reisen. Die Idee in blieb in meinen Kopf hängen und fing an ein wenig zu recherchieren. Ich begann sogar ein bisschen Spanisch zu lernen, bis ich spontan einfach einen günstigen Flug buchte und so Nägel mit Köpfen machte. Nach zwei Tagen in Auckland, die ich hauptsächlich mit Packen und letzten Vorbereitungen verbrachte ging es endlich los ins neue Unbekannte.

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