Ecuador

Nach fast fünf Monaten in Peru war es an der Zeit für ein neues Land und ich war schon ziemlich gespannt, was Ecuador zu bieten hat. Es fing schon mal klasse an, so wurde ich direkt mit einem großartigen Sonnenuntergang empfangen, während ich auf einem Sportplatz in einem kleinen Dorf nur weniger hinter der Grenze zeltete.

Die ersten 50 Kilometer waren allerdings nicht die einfachste. Die Aussagen anderer Radler die mir in Peru entgegen gekommen sind, hatten sich bestätigt. Unmittelbar hinter der Grenze erwarteten viel zwar relativ kurze, aber dafür teils extrem steile Anstiege. In Kombination mit einer eher schlechten Schotterstraße sah ich mich einige mal bergauf schieben.

Wie schon in den letzten Tagen in Peru befand ich mich immer noch in niedrigen Höhenlagen. Dementsprechend warm und feucht war es und ich nutzte etliche schattige Orte aus, um für den nächsten Hügel zu mindest etwas runterzukühlen.

Flüsse waren natürlich noch besser zum Abkühlen geeignet.

Wie schon in eigentlich allen anderen Ländern zuvor, waren die Menschen wieder überaus gastfreundschaftlich. am zweiten Abend fragte ich Andres, ob ich in der Nähe seines Hause zelten könnte. Natürlich was kein Problem. Am nächsten Morgen zeigte er mir stolz sein Jagdgewehr, bevor er selbst loszog. Allerdings nicht ohne mir noch eine Ananas aus seinem Garten mitzugeben.

Eine Nachte konnte ich keinen geeignete Platz zum zelten finden und ich passierte auch keine Häuser, bis ich auf ein großes Grundstück mit mehreren Häusern traf. Alles sah für ecuadorianische Verhältnisse ungewöhnlich gepflegt aus und ich Versprach mir nicht allzu viel, als ich mein Rad durch das Tor schob. Das einzige bewohnte Haus war jedoch ein eher normales. Der Vater der dort wohnenden Familie, antwortete auf meine Frage nach einem Platz für mein Zelt lediglich, dass es kein Problem wäre im benachbarten Haus zu schlafen. Dort würde im Moment sowieso niemand wohnen. Erleichter und ohne weitere Fragen stellen, schob ich mein Rad weiter in die Richtung. Nicht schlecht ein ganzes Haus für sich zu habe, auch wenn es komplett leer war. Das einzige für mich wichtige funktionierte – die Dusche und die Steckdosen.

Als ich weiter Richtung Norden radelte, ging es zurück in höhere Lagen und die Landschaft wurde wieder karger und kühler.

Schon häufig hatte ich zuvor von der Gastfreundschaft der Feuerwehren in Ecuador gehört und ich wartete nicht lange, mich davon selbst zu überzeugen. Ich wurde nicht enttäuscht und musste noch nicht einmal fragen. Als mich ein Bombero mit meinem Rad am Tor der Wache sah, wurde ich umgehend eingeladen und bekam sogar ein eigenes Zimmer mit Bett.

Das ist Jesse aus Australien. Er hat seine Fahrradreise in Ushuaia gestartet und ist auf dem Weg nach Alaska. Begegnet sind wir uns schon in einem Hostel in Huaraz und ich wusste seitdem, dass er nur ein paar Tage vor mir ist. In einem kleinerem Ort hatte ich ihn endlich eingeholt und wir beschlossen zusammen weiter zu radeln.

Normalerweise ist kein Problem auf Dorfplätzen zu zelten, zumindest wenn es einen nicht stört am nächsten Morgen von überaus neugierigen Kindern und anderen Dorfbewohner umzingelt zu sein, die einen mit allen möglichen Fragen löchern.

Neu und alt. Nach über 30,000 Kilometern war es schließlich an der Zeit, den Vorderreifen zu wechseln. Es war immer noch der Erste Reifen, mit dem ich, seit ich das Rad in Thailand gekaufte hatte, unterwegs bin. Ich hoffe der Neue schafft genauso viele Kilometer.

Banos ist ein kleiner aber touristischer Ort, aber wir wollte dort für ein paar Tage bleiben, um auf den den Vulkan Tungurahua zu klettern. Glücklicherweise ließ uns der Platzwart des Fussballstadions auf dem Rasen zelten und passte sogar auf unsere Sachen auf, während wir für eine Nacht Richtung Vulkan aufbrachen. Einziger Nachteil: Wir mussten Sonntags wegen eines Fussballspiels alles abbauen.

Von Banos wanderten wir bis zu einem Refugio am Tungurahua. Es regnete und war nebelig, sehen konnte man fast gar nichts. Ich glaubte nicht, dass es Sinn machen würde, bei gleichen Bedingungen am nächsten Morgen weiter Richtung Gipfel zu klettern.

Doch nachts klarte es auf und um halb vier morgens startete ich alleine in Richtung Gipfel.

Die Sonne ging auf, als ich etwas unterhalb des Gipfels war und plötzlich war ich umgeben von Ecuadors Vulkanen. Auf dem Foto oben ist der Chimborazo zu sehen, der mit 6.268 Metern der höchste Vulkan Ecuador ist. Würde man von dem Erdmittelpunkt messen, wäre der Gipfel sogar höher bzw. weiter entfernt als der vom Mount Everest.

Tungurahua ist ein aktiver Vulkan und bricht sein einigen Jahren regelmäßig aus. Das Gestein in der Nähe des Gipfel ist deswegen relativ warm und der frisch gefallene Schnee verdampft umgehend.  Trotzdem gibt es noch einige Gletscherreste, die aus einer Zeit stammen, in der der Vulkan nicht so aktiv war wie derzeit.

Cotopaxi, der wahrscheinlich Ecuadors bekanntester Vulkan ist.

Darren, Jesse und ich. Darren ist ein weiterer Fahrradreisender, den wir zufällig in Banos getroffen hatten.

Ein letzter Blick zurück auf den Tungurahua, bevor es weiter Richung Norden geht.

Kleinere Nebenstraßen in Ecuador bestehen häufig nur aus altem Kopfsteinpflaster, was wirklich absolut nervig zum Fahrradfahren ist. Wir waren jedes mal froh, wenn so ein Abschnitt zu Ende war und wir wieder auf Schotter unterwegs waren.

Und noch einmal der Cotopaxi, so gut sollten wir ihn nicht noch einmal sehen.

Laguna Quilotoa. Wir zelteten direkt am Rand der Caldera und da das Wetter so gut war, blieben wir gleich zwei Nächte. Das war definitiv einer der besten Wildzeltplätze in Ecuador.

Leider hielt das gute Wetter nicht allzu lange an. Als wir den Cotopaxi National Park erreichten, konnten wir nicht mehr von dem Vulkan sehen. Es war kalt und regnerisch, keine optimalen Bedingungen zum zelten. Glücklicherweise fanden wir eine Art Grillhütte, wo wir letztendlich drei Nächte blieben. Das Wetter wurde allerdings nicht besser.

Besser wurde es nicht, aber immerhin konnten wir den Gipfel für ein paar Minuten sehen.

After a long rest over Christmas in the Casa de Ciclistas in Tumbaco near Quito, it was time to leave the southern hemisphere behind. From Ushuaia  till the equator I made it up 57 degrees. The same amount again and I will be already somewhere in Canada. Over two years on the southern side of the planet were enough anyways.

Altogether we stayed nine times at fire stations in Ecuador. A big thanks to all of them!

Espeletia, an endemic high altitude plant in Ecuador and Colombia.

The view down into the green valley.

The last kilometers in Ecuador towards the border town of Tulcan had some surprises for us. The day before heavy rain forced us to stay in a mountain refuge. It wasn’t raining anymore the next morning, but the road was partly flooded and we had to cross several large puddles. A great last riding day in Ecuador.

While Jesse crossed into Colombia the same day, I still had to wait for parcel, what should have arrived already weeks before, but the post service in South America is everything than reliable. I ended up taking a bus back to the Casa de Ciclistas in Tumbaco, where I stayed another two weeks before my parcel arrived.

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Ein Kommentar

  1. Tungurahua looks fantastic! Great to meet you and looking forward to seeing more as you head north!

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