Cordillera Blanca y Huayhuash

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Die Cordillera Blanca ist einer der höchsten Gebirgsketten in den Anden und beherbergt den höchsten Berg Perus und in den Tropen überhaupt. Außerdem ist der Huascaran mit 6.768m auch der viert höchste Berg Amerikas. Wie der Name der Cordillera, der übersetzt soviel wie „Weiße Kordillere“ bedeutet, schon vermuten lässt, sind die Berge fast allesamt vergletschert. In der Cordillera Blanca befinden sich so viele tropische Gletscher wie sonst nirgendwo auf diesem Planeten. Leider macht sich die globale Erderwärmung hier besonders bemerkbar, so sind die Gletscher in den letzten Jahrzehnten um mehr als 15 Prozent geschmolzen.

Es ist eines der bekanntesten Trekkinggebiete Südamerikas und natürlich hatte ich auch geplant den ein oder anderen Trek zu wandern. Nach ein paar Tagen Erholung in Huaraz startete ich zunächst den bekannten Santa Cruz Trek, den man in drei Tagen durchlaufen kann. Perfekt um mich an den Rucksack zu gewöhnen. Leider hatte ich die SD Karte meiner Kamera in meinem Computer vergessen und die Zweite, die ich noch dabei hatte, wollte ausgerechnet in der Situation nicht funktionieren. Was mich zunächst tierisch aufgeregt hat, war letztendlich mal eine neue  Erfahrung. Dadurch, dass ich nichts fotografieren konnte, habe ich mich mehr auf die fantastische Natur einlassen können. Trotzdem hätte ich gerne einige Fotos von Bergen wie den Alpamayo, der angeblich der schönste Berg der Welt sein soll, gemacht.

Nach dem Santa Cruz Trek war ich gespannt auf einen Weiteren. Zusammen mit Melina, die ich in Huaraz im Hostel traf, wollte ich die Cordillera Huayhuash umrunden. Die Gebirgskette liegt ein wenig südlich der Cordillera Blanca und ist nicht weniger spektakulär. Allerdings ist es auch kein einfacher Spaziergang. Die meisten Wanderer brauchen ungefähr 10 Tage und da es nur ein wirkliches Dorf auf der Strecke gibt, muss man jede Menge Proviant mitschleppen. Essensvorräte für eine Woche machten unsere Rucksack richtig schwer, als wir starteten.

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Fast jeden Tag galt es Pässe zwischen 4700 und 5000 Meter zu bewältigen. Immerhin blieb man fast die ganzen 10 Tage über 4000 Metern. Dieser Pass war der erste und noch einer der einfacheren.

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Laguna Mitucocha, unser zweiter Campingplatz direkt an der Lagune.

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Der erste Blick auf einen der schneebedeckten Gipfel.

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Von der Lagune ging es steil bergauf. Einen Weg gab es nicht, wir folgten nur einer ungefähren Beschreibung. Außerdem machten Regen und Hagel es richtig ungemütlich. Der Blick war dafür umwerfend.

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Den Ausblick genießen muss auch sein.

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Yerupaja, Yerupaja Chico und Jirishanca. Der Yerupaja ist mit 6.635m der höchste Berg der ganzen Cordillera Huayhuash

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Man konnte dem Gletscher beim Schmelzen mehr oder weniger zuhören. Während wir den halben Tag an den Gletschern und mehreren Lagunen wanderten, dröhnte es immer wieder durch das gesamte Tal, wenn riesige Eisbrocken von dem Gletscher abbrachen.

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Schnee am Morgen gab es auch den ein oder anderen Tag.

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Der Weg hoch zum Punta Trapecio. Alle Karten zeigten hier noch einen Gletscher an, doch ist der scheinbar in den letzten Jahren schon komplett geschmolzen.

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Um noch einen Gletscher von nahem zu sehen machten wir noch einen kleinen Umweg, der sich allerdings ziemlich gelohnt hatte.

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Der Anstieg zum Paso San Antonio war unglaublich steil. Außerdem verwandelte der schmelzende Schnee den Hang in einzige Matschpiste.

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Die Ausblicke waren allerdings fantastisch, endlich hatten wir mal Glück mit dem Wetter.

blog-27-von-54blog-28-von-54Falls irgendwer die Bergsteiger Doku ‚Touching the Void‘ gelesen oder gesehen hat. Der Zwischenfall der beiden Bergsteiger passierte beim Abstieg vom Siula Grande, welche der größte auf diesem Foto ist.

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Melina hat Spaß beim Abstieg durch den Matsch. Bei jedem Schritt blieben einige Kilo Matsch an den Schuhsohlen kleben, was das Laufen nicht so einfach gestaltete.

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Ein letzter Ausblick auf fast die ganze Cordillera.

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Nachdem Huayhuash Trek hatten wir trotz aller Anstrengung noch nicht Genug vom Wandern und beschlossen einen weiteren kurzen Trek zu machen. Wir starteten in der Nähe von Huaraz liefen durch die Quebrada Quilcayhuanca, von der wir einen 5000m Pass in die benachbarte Quebrada überquerten. Quebrada werden hier die Täler genannt, die die Cordillera einschneide. Von dort ging es zurück Richtung Huaraz.

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Herrliche Campingplatz. Allerdings war eisig kalt am Morgen, was wohl der einzige Nachteil an wolkenfreien Nächten ist.

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Ausblick von 5000m.

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Auch wenn ich anfangs keineswegs geplant hatte solange in der Region um Huaraz zu bleiben und so viel Wandern zu gehen. Es hat sich sowas von gelohnt. Zu Fuß kommt doch mal näher an die Berge ran. Dennoch nach einem Monat ohne auf meinem Rad gesessen zu haben, war gespannt darauf weiter zu radeln. Bevor ich die Cordillera Blanca völlig hinter mir lassen wollte, plante ich einen Loop um den Huascaran. Von Carhuaz ging über einen asphaltierten Pass auf die Ostseite der Cordillera.

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Am ersten Tag wurde ich direkt erstmal komplett durchnässt. Etwa zwei Stunden radelte ich durch strömenden Regen. Zum Glück ließ mich der Ranger am Eingang zum National Park drinnen übernachten.

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Leider versteckten sich Huascaran und Co am nächsten Morgen noch in den Wolken.

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Seit 2013 gibt es eine Tunnel auf dem Pass. Es ist der höchste Straßentunnel der Welt. Die alte unasphaltierte Passstraße existiert zwar auch noch, doch durch die vielen Wolken hätte ich von dort auch keinen besseren Ausblick mehr gehabt und ich nahm stattdessen den Tunnel.

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Auf dem Asphalt bin ich quasi zurück ins Tal geflogen.

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Über einen weiteren Pass ging es zurück auf die Westseite. Diesmal auf Schotter, was es deutlich langsamer machte.

blog-50-von-54Irgendwann war ich trotz allem oben auf dem Portachuelo de Llangamuco auf 4700m. Wahrscheinlich mein letzter hoher Pass in den Anden.

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Bergab ging es nicht viel schneller als bergauf. Die Straße war dermaßen schlecht, dass es nicht wirklich Spaß machte.

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Die Lagunas de Llanganuco  und ein letzter Blick auf die schneebedeckten Gipfel. Ein wenig Traurig ließ ich die beeindruckenden Berge hinter mir.

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