Bolivien – Lagunen, Wüste, Salzseen

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Nach einem langem Anstieg von San Pedro auf einen 4600m Pass, erreichte ich mit erschöpften Beinen endlich Bolivien. Der Grenzposten bestand einfach nur aus einer kleinen Hütte, nicht gerade was man an einer internationalen Grenze erwartet. Nachdem ich zwei Stempel für ein 60 Tage Visa in meinen Reisepass bekommen hatte, konnte es endlich auf der berüchtigten Lagunenroute losgehen.

Anderen Radfahrern zufolge hat dieser Teil Boliviens mit die schlechtesten Straßen der Welt und mir sollten einige Tage harter Arbeiter bevorstehen. Vor allem sandige Straßen sollten das Radeln schwer und sogar unmöglich machen. Dementsprechend gespannt war ich. Mein Rad war schwer, nur selten hatte ich zuvor mehr Essen dabei, denn die nächste Einkaufmöglichkeit war vermutlich 10 Tage entfernt.

Zunächst sorgte Rückenwind für ein schnelles Vorrankommen bis zur Laguna Blanca. Doch schon kurz nach der Abzweigung zur Laguna Verde wurde die Straße so schlecht, dass diese die Bezeichnung Straße eigentlich nicht mehr verdient gehabt hätte. Außerdem gab es nicht nur einen Weg, sondern gleich mehrere Jeepspuren nebeneinander. Welche die Beste war, ist jedes Mal ein Glückspiel gewesen.

Ein paar Ruinen in der Nähe der beiden Lagunen und des Vulkans Licancábur boten einen perfekten Campingplatz für meine erste Nacht in Bolivien. Der nächste Tage startete wie der Vorherige endete und dank starkem Rückenwind erreichte ich mittags die heißen Quellen an der Laguna Chalviri. Das Wasser hatte die perfekte Temperatur und war unglaublich erholend. Es kam sogar noch besser denn, die Besitzer des Restaurants nebenan waren so freundlich mich auf dem Boden schlafen zu lassen, so konnte ich einer weiteren kalten Nacht im Zelt entgehen.

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Laguna Blanca

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Ruinen, perfekter Platz zum zelten

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Am nächsten Morgen genoss ich den Sonnenaufgang von den heißen Quellen aus, ein perfekter Start in den Tag. Allerdings war der Rest des Tages alles andere als einfach. Ein eiskalter Gegenwind machte den Anstieg auf den höchsten Punkt der ganzen Route auf 4930m zur Hölle. Nachmittags erreichte ich jedoch den Hochpunkt und den Geysir Sol de Manana, der die Anstrengung belohnte. Um einer kalten Nacht in der Höhe zu ergehen, wollte ich noch ein paar Höhenmeter runterfahren, doch wurde die Straße nun so schlecht, dass ich kaum vorankam. Allerdings sorgte der Wind dafür, dass ich mein Zelt unmöglich einfach irgendwo aufstellen hätte können und windgeschützte Plätze sind in Südbolivien absolute Mangelware. Kurz vor Sonnenuntergang fand ich jedoch eine halbwegs windgestützte Stelle.

Morgens ist es auf dem Altiplano alles andere als angenehm. Wenn man morgens aufwacht und sämtliche Wasserflaschen im Zelt sind durchgefroren, will man nicht wissen wie kalt es draußen ist. Sobald die Sonne rauskommt, wird allerdings recht zügig warm.

Auf dem Weg zu Laguna Colorada die Straße wurde schließlich zum ersten Mal so sandig, dass ich einige Male schieben musste. Wobei ich meistens nur ein paar Meter schieben musste  bis es wieder fest genug zum Radeln war.

 

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Fumarole

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So ging es weiter für die nächsten Tage. Dank der schlechten und sandigen Straßen schaffte ich häufig nur 30 bis 40 Kilometer am Tag. Die Landschaft dagegen war einfach nur unglaublich. Viele Leute würden es wahrscheinlich ziemlich langweilig finden, tagelang alle in der Wüste zu sein, ich empfand es jedoch als sehr spannend. Häufig fühlte es sich an, wie auf einem anderen Planeten zu sein. Die Zeit stand still für mich und das einzige, das zählte war irgendwie mit meinem Rad voran zu kommen. Nur ein paar Jeeps überholten mich täglich, meistens alle zur selben Zeit, danach war ich wieder alleine.

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Keine richtige Straße, nur Jeep spuren.

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Laguna Colorada

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Arbol de Piedra – Steinbaum

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Eine weitere Ruine, die mir als Zeltplatz dient. Weit und breit gibt es keine bessere Alternative.

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Einer der wenigen Jeeps

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Ohne Schieben geht es nicht auf der Laguneroute

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Die Lagunen sind Oasen in der Trockenheit des Altiplanos.  Trotz des salzigen Wassers ziehen sie erstaunlicherweise viel Leben an, vor allem Flamingos und andere Vögel.  An der Laguna Canapa  zeltete ich eine Nacht und es tat gut so viel Leben zu beobachten, nachdem ich einige Tage zuvor nur von Steinen umgeben war.

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In Chiguana ließ mich das bolivianische Militär in ihrem Camp übernachten. Eigentlich hatte ich nur nach Wasser gefragt und ob ich in den Ruinen eines Dorfes nebenan zelten könnte. Letzteres war merkwürdigerweise nicht möglich, dafür bekam ich ein Bett in einem ihrer interessanten Gebäude. Eh viel besser.

Am folgenden Tag erreichte ich endlich San Juan.  Nach zehn Tagen die erste Siedlung und erste Möglichkeit wieder Essen einzukaufen. Die Lagunenroute, angeblich eine der schwersten Routen in Südamerika, war damit zu Ende.

Das nächste Highlight war nicht weit weg. Der Salar de Uyuni ist die größte Salzpfanne der Welt. Vor etwa 10.000 Jahren trocknete der See aus und ließ auf einer Fläche von 10.500 km2  über 10 Milliarden Tonnen Salz zurück. Nach ein paar Kilometer stoppte ich und konnte es kaum glauben. Ich war nur noch von weißem Salz umgeben. Die Polygone erstreckten sich bis zum Horizont. Zudem war es das einfachste Stück Fahrrad fahren seit langem. Endlich kein bergauf und das fest Salz war so gut wie Asphalt. Bestimmt einer der verrücktesten Orte an denen ich je war.

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Isla Incahuasi, eine kleine Insel in der Mitte des Salzsees.

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