Peru – Der Norden

Nach fünf Wochen in der Cordillera Blanca war es an der Zeit mich wieder auf den Sattel zu setzen. Die ersten 80 Kilometer ging es mehr oder weniger durch den Callejón de Huaylas nur bergab. Wenige Kilometer nach Caraz begann der Canon del Pato, auf deutsch Entenschlucht, die durch den Rio Santa über die Jahrhunderte in den Fels geschnitten wurde. Die Schlucht ist so eng, dass die Straße durch über 30 Tunnel führt.

Mangos hatten gerade Saison und waren unglaublich günstig, vor allem wenn man sie direkt von einer Plantage kaufte. Eines Abends durfte ich sogar mein Zelt unter Mangobäumen aufstellen.

Ich bin immer wieder fasziniert wie schnell sich Landschaften verändern können. Nur einen Tag nachdem ich noch in der Cordillera Blanca dem Regen trotzte, befand ich mich plötzlich in einer staub trockenen Umgebung, die mich an den Norden Argentiniens und Chiles zurück erinnern ließ. Einheimischen zu folge regnet es hier nur sehr sehr selten und dann auch nur wenig.

Das ist Fahrradfahren in Peru: Auf einer steilen Abfahrt folgt umgehend der nächste steile Berg. Flache Abschnitte gibt es so gut wie gar nicht.

Eigentlich wollte ich mich auf dem Plaza von dem langen Anstieg ausruhen, doch meine Ruhe hatte ich nur für wenige Minuten. Dann war ich umzingelt von Kids, die mich mit den üblichen Fragen löcherten. ‚Wo kommst du her?‘, Wohin fährst du?‘, ‚Wie lange bist du unterwegs?‘ ‚Bist du alleine?‘, ‚Hast du keine Freunde?‘, ‚Wo ist deine Familie?, ‚Bist du verheiratet?‘, ‚Hast du keine Angst alleine?‘, ‚Wann geht es zurück in die Heimat?‘ und so weiter. Meine ‚Lieblingsfragen‘ ‚Wie teuer ist dein Rad/Handy/…?‘  fehlten natürlich auch nicht. Schließlich wollten sie unbedingt mein Fahrrad fahren, was eigentlich viel zu groß für sie war.

Meine Route nach Cajamarca führte mich vorbei an etlichen Minen, welche häufig durch die massive Umweltzerstörung schon von weitem nicht zu übersehen waren. Die Minen schaffen zwar Arbeit für die Einheimischen, stellte sich mir häufig die Frage, was für Arbeitsbedingungen herrschen und wo das Geld der Minen letztendlich endet. Wie viele Menschen von den Minen abhängig sind, zeigte sich mir vor allem in der Umgebung von Kohleminen.  So waren in einigen Dörfern die Gesichter und Hände sämtlicher Männer komplett schwarz gefärbt.

Eine Begegnung, die ich nicht so schnell vergessen werde, war die mit Jerson. Er ist gerade mal 16 Jahre alt und arbeitet dennoch schon jeden Tag nach der Schule in der nahe gelegenen Mine, um seine Familie zu unterstützen. Genauso wie alle anderen Männer seiner Familie.

Wild campen ist in Peru häufig nicht so einfach, da es einfach zu dicht besiedelt ist. Aber die meisten Peruaner haben kein Problem damit, mich neben ihrem Haus zelten zu lassen.

Straßen und Marktszenen in Cajamarca

„Der Mensch ist der einzige Hüter unserer Natur. Lasst uns um unsere Welt kümmern“ – Solche Schilder habe ich häufig am Straßenrand gesehen aber so ein Schild vor einer Mine aufzustellen fand ich etwas grotesk.

Je weiter ich nach Norden kam, desto größer wurden die Hüte der traditionellen Kleidung der Frauen.

Danke Armando für die Gastfreundschaft!

Eines meiner letzten 5 Soles Menüs (1,50 €). Nudelsuppe und als Segundo Broccoli Saltado

Und dann wurde es plötzlich grün. Nach Monaten in den überwiegend braun-gelben vertrockneten Anden Peru’s war der Anblick von so viel Vegetation eine Wohltat für meine Augen.

Nicht die beste Straße.

In Jaen hilft Fahrradladenbesitzer Miguel Radreisenden mit Schlafplätzen und Reparaturen aus. Nochmals Danke! Meine Bremsen funktionieren wieder wie neu. Als ich an einem Sonntag weiterfahren wollte, traf sich gerade eine Gruppe einheimischer Radfahrer für eine Tagestour. Sie begleiteten mich noch aus der Stadt heraus.

Über 30 Grad, die verdammt hohe Luffeuchtigkeit und Reisterrassen erinnerten mich an Südostasien.

Peru endete wie es begonnen hatte, mit großartiger Gastfreundschaft. Dank Marta und ihrer Familie, die mich in ihrem Haus übernachten ließen. Am nächsten Tag rollte ich Richtung Grenze, um nach fast 5 Monaten dieses großartige und vielfältige Land zu verlassen.

Cordillera Blanca y Huayhuash

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Die Cordillera Blanca ist einer der höchsten Gebirgsketten in den Anden und beherbergt den höchsten Berg Perus und in den Tropen überhaupt. Außerdem ist der Huascaran mit 6.768m auch der viert höchste Berg Amerikas. Wie der Name der Cordillera, der übersetzt soviel wie „Weiße Kordillere“ bedeutet, schon vermuten lässt, sind die Berge fast allesamt vergletschert. In der Cordillera Blanca befinden sich so viele tropische Gletscher wie sonst nirgendwo auf diesem Planeten. Leider macht sich die globale Erderwärmung hier besonders bemerkbar, so sind die Gletscher in den letzten Jahrzehnten um mehr als 15 Prozent geschmolzen.

Es ist eines der bekanntesten Trekkinggebiete Südamerikas und natürlich hatte ich auch geplant den ein oder anderen Trek zu wandern. Nach ein paar Tagen Erholung in Huaraz startete ich zunächst den bekannten Santa Cruz Trek, den man in drei Tagen durchlaufen kann. Perfekt um mich an den Rucksack zu gewöhnen. Leider hatte ich die SD Karte meiner Kamera in meinem Computer vergessen und die Zweite, die ich noch dabei hatte, wollte ausgerechnet in der Situation nicht funktionieren. Was mich zunächst tierisch aufgeregt hat, war letztendlich mal eine neue  Erfahrung. Dadurch, dass ich nichts fotografieren konnte, habe ich mich mehr auf die fantastische Natur einlassen können. Trotzdem hätte ich gerne einige Fotos von Bergen wie den Alpamayo, der angeblich der schönste Berg der Welt sein soll, gemacht.

Nach dem Santa Cruz Trek war ich gespannt auf einen Weiteren. Zusammen mit Melina, die ich in Huaraz im Hostel traf, wollte ich die Cordillera Huayhuash umrunden. Die Gebirgskette liegt ein wenig südlich der Cordillera Blanca und ist nicht weniger spektakulär. Allerdings ist es auch kein einfacher Spaziergang. Die meisten Wanderer brauchen ungefähr 10 Tage und da es nur ein wirkliches Dorf auf der Strecke gibt, muss man jede Menge Proviant mitschleppen. Essensvorräte für eine Woche machten unsere Rucksack richtig schwer, als wir starteten.

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Fast jeden Tag galt es Pässe zwischen 4700 und 5000 Meter zu bewältigen. Immerhin blieb man fast die ganzen 10 Tage über 4000 Metern. Dieser Pass war der erste und noch einer der einfacheren.

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Laguna Mitucocha, unser zweiter Campingplatz direkt an der Lagune.

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Der erste Blick auf einen der schneebedeckten Gipfel.

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Von der Lagune ging es steil bergauf. Einen Weg gab es nicht, wir folgten nur einer ungefähren Beschreibung. Außerdem machten Regen und Hagel es richtig ungemütlich. Der Blick war dafür umwerfend.

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Den Ausblick genießen muss auch sein.

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Yerupaja, Yerupaja Chico und Jirishanca. Der Yerupaja ist mit 6.635m der höchste Berg der ganzen Cordillera Huayhuash

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Man konnte dem Gletscher beim Schmelzen mehr oder weniger zuhören. Während wir den halben Tag an den Gletschern und mehreren Lagunen wanderten, dröhnte es immer wieder durch das gesamte Tal, wenn riesige Eisbrocken von dem Gletscher abbrachen.

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Schnee am Morgen gab es auch den ein oder anderen Tag.

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Der Weg hoch zum Punta Trapecio. Alle Karten zeigten hier noch einen Gletscher an, doch ist der scheinbar in den letzten Jahren schon komplett geschmolzen.

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Um noch einen Gletscher von nahem zu sehen machten wir noch einen kleinen Umweg, der sich allerdings ziemlich gelohnt hatte.

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Der Anstieg zum Paso San Antonio war unglaublich steil. Außerdem verwandelte der schmelzende Schnee den Hang in einzige Matschpiste.

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Die Ausblicke waren allerdings fantastisch, endlich hatten wir mal Glück mit dem Wetter.

blog-27-von-54blog-28-von-54Falls irgendwer die Bergsteiger Doku ‚Touching the Void‘ gelesen oder gesehen hat. Der Zwischenfall der beiden Bergsteiger passierte beim Abstieg vom Siula Grande, welche der größte auf diesem Foto ist.

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Melina hat Spaß beim Abstieg durch den Matsch. Bei jedem Schritt blieben einige Kilo Matsch an den Schuhsohlen kleben, was das Laufen nicht so einfach gestaltete.

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Ein letzter Ausblick auf fast die ganze Cordillera.

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Nachdem Huayhuash Trek hatten wir trotz aller Anstrengung noch nicht Genug vom Wandern und beschlossen einen weiteren kurzen Trek zu machen. Wir starteten in der Nähe von Huaraz liefen durch die Quebrada Quilcayhuanca, von der wir einen 5000m Pass in die benachbarte Quebrada überquerten. Quebrada werden hier die Täler genannt, die die Cordillera einschneide. Von dort ging es zurück Richtung Huaraz.

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Herrliche Campingplatz. Allerdings war eisig kalt am Morgen, was wohl der einzige Nachteil an wolkenfreien Nächten ist.

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Ausblick von 5000m.

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Auch wenn ich anfangs keineswegs geplant hatte solange in der Region um Huaraz zu bleiben und so viel Wandern zu gehen. Es hat sich sowas von gelohnt. Zu Fuß kommt doch mal näher an die Berge ran. Dennoch nach einem Monat ohne auf meinem Rad gesessen zu haben, war gespannt darauf weiter zu radeln. Bevor ich die Cordillera Blanca völlig hinter mir lassen wollte, plante ich einen Loop um den Huascaran. Von Carhuaz ging über einen asphaltierten Pass auf die Ostseite der Cordillera.

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Am ersten Tag wurde ich direkt erstmal komplett durchnässt. Etwa zwei Stunden radelte ich durch strömenden Regen. Zum Glück ließ mich der Ranger am Eingang zum National Park drinnen übernachten.

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Leider versteckten sich Huascaran und Co am nächsten Morgen noch in den Wolken.

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Seit 2013 gibt es eine Tunnel auf dem Pass. Es ist der höchste Straßentunnel der Welt. Die alte unasphaltierte Passstraße existiert zwar auch noch, doch durch die vielen Wolken hätte ich von dort auch keinen besseren Ausblick mehr gehabt und ich nahm stattdessen den Tunnel.

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Auf dem Asphalt bin ich quasi zurück ins Tal geflogen.

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Über einen weiteren Pass ging es zurück auf die Westseite. Diesmal auf Schotter, was es deutlich langsamer machte.

blog-50-von-54Irgendwann war ich trotz allem oben auf dem Portachuelo de Llangamuco auf 4700m. Wahrscheinlich mein letzter hoher Pass in den Anden.

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Bergab ging es nicht viel schneller als bergauf. Die Straße war dermaßen schlecht, dass es nicht wirklich Spaß machte.

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Die Lagunas de Llanganuco  und ein letzter Blick auf die schneebedeckten Gipfel. Ein wenig Traurig ließ ich die beeindruckenden Berge hinter mir.

Falls dir mein Blog und meine Fotos gefallen, kannst du meine Reise unterstützen und erhälst dafür einen Fotokalender für 2017. Hier steht mehr dazu.

Perus Great Divide

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Asphalt oder Schotterpiste? Zum Glück entschied ich mich für letzteres. Von Huancavelica bis nach Huaraz folgte ich der Great Divide Perus, die trotz aller Anstrenung – oder vielleicht gerade deswegen – ganz weit oben in meiner Rangliste an Routen steht. (Mehr zu der Route gibt’s auf www.andesbybike.com).

Über 800km und mehr als 20.000 Höhenmeter, etliche Pässe bis zu 5000m Höhe und tiefe steile Täler mit anschließenden endlosen Anstiegen führten zu einer berechtigten Nervosität. Andere Radler betonten immer wieder, dass ein leichtes Rad unabdingbar wäre. Dementsprechend zweifelte ich ob, dass mit meinem schwer beladenen Fahrrad die richtige Entscheidung war, schließlich hätte ich auch die deutlich einfacheren asphaltierten Straßen nehmen können. Doch die Einsamkeit und Abgelegenheit der Route meiner Wahl reizte mich deutlich mehr.

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Diese Steinkreise gibt es den Anden überall. Eigentlich als Zäune für Schafe, Lamas und Alpacas gedacht, nutze ich sie häufig als Campingplatz.

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Der erste Pass war trotz 4700m Höhe nur halb so wild und mit zusätzlicher Motivation ging es schnell wieder hinab in ein Tal zurück auf 3600m, nur um unmittelbar über die nächsten Serpentinen den nächsten 4500m Pass hinaufzuschleichen. Das sollte das Programm der nächsten Wochen werden: Pass, Tal, Pass, Tal… Flache Abschnitte gab es nicht wirklich und wenn dann nur für wenige Kilometer.

Dennoch hatte ich mich schnell an die langsame  Kletterei gewöhnt, auch dank der überraschend eher guten Straßenverhältnisse und auch die Steigungen waren weniger schlimm als angenommen. Nur wenige Male wurde der Schotter so lose und die Straße so steil, dass ich Absteigen und für einige wenige Meter schieben musste.

Nach dem zweiten Pass erreichte ich das Dorf Acombabilla, wo ich mich nicht nur für zwei bis drei Tage mit Essen  eindecken musste, sondern auch meine Benzinflasche meines Kochers auffüllen wollte. Doch der Plan ging nicht so einfach auf. Es fühlte sich eher nach einem Geisterdorf an und ich konnte zunächst keinen Laden finden. Die einzige Person, die ich auf der Straße antraf, ein Fußball spielender Junge, zeigte mir schließlich an welcher Haustür ich klopfen musste. Das Essensproblem war also gelöst, doch die Frau des kleinen Ladens erklärte mir, dass so gut wie sämtliche Dorfbewohner in ein Nachbardorf gefahren sind, da dort heute ein Fest stattfindet. Na toll, Benzin konnte ich dort also nicht kaufen. Der Rest der Flasche musste also reichen. Obwohl Wasser in der Höhe bei deutlich niedrigen Temperaturen anfängt zu kochen, benötigt man trotzdem mehr Brennstoff. Vor allem Nudeln brauchen Ewigkeiten zum garen.

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Der Pass nach Acombabilla fühlte sich nicht mehr so einfach an. Wahrscheinlich dank des extra Gewichts von Essen und Wasser. Ich schaffte es dennoch fast bis zum Hochpunkt, wo ein Steinkreis einen perfekten Zeltplatz bot. Ich hatte den ganzen Tag kein einziges Auto oder Menschen zu Gesicht bekommen, doch gerade als ich angefangen hatte mein Zelt aufzubauen, stoppte kurz ein LKW und ließ einen einzelnen Peruaner inklusive fünf Reissäcken zurück. Ich war etwas verdutzt, denn um mich herum war nichts als Pampa und ein paar Alpacaherden. Dem Mann allerdings ging es scheinbar genauso wie mir und wunderte sich wohl was der Gringo mit seinem Fahrrad dort mitten im Nichts macht. Nach einem kurzen Gespräch stellte sich heraus, dass sein Haus hinter einem der nächsten Hügel liegt und ein Freund gleich vorbeikommt, um ihm mit den Reissäcken zu helfen. Wahnsinn an was für abgelegenen Orten noch überall Menschen leben.

Als ich am nächsten Morgen aus dem Zelt guckte, überraschte mich eine weiße Landschaft und sogar auf dem Zelt lag etwas Schnee. Das erste Mal, dass ich im Schnee zeltete auf dieser Reise. Wie aus dem Nichts tauchte eine Peruanerin auf, vermutlich die Frau von dem Mann am Vortag. Sie konnte es gar nicht glauben, dass ich nicht erfroren bin in der Nacht und lachte amüsiert über mein Zelt. Ein paar Minuten später fuhr wieder LKW vorbei, der die Frau einsammelte, um nach Huancayo, der nächsten Stadt, zufahren. Es sollte auch wieder das einzige Auto des Tages bleiben. Während der Schnee schmolz, machte mich weiter durch die einsame Landschaft.

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Das erste Mal Schnell auf meinem Zelt.

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Campingplatz gefunden. Letzten Sonnenstrahlen genießen.

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Nach einer Serie von einigen Pässen folgte am nächsten Tag der Punta Pumacocha, mit 4930 einer der höchsten Pässe der Route und für mich der schönste Pass. Vorbei an einigen Lagunen ging es relativ steil bergauf, doch zum Schieben zwang mich letztendlich der Zustand der ‘Straße‘, große Steinbrocken und loser Schotter machten es unmöglich weiter zu radeln. Irgendwie schaffte ich es dennoch hinauf und wurde von einem umwerfenden Ausblick belohnt. Noch unglaublicher war jedoch der Blick hinunter auf die andere Seite des Passes, wo sich die Straße in zahllosen Serpentinen einen steilen Schutthang hinunter schlängelte. Kaum zu glauben, dass hier überhaupt sowas wie eine Straße existiert. Der einzige Grund ist vermutlich die Mine, die ich am Vortag passiert hatte.

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Kurze Pause vor dem Pass.

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Was eine Straße!

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Kurz vorm Punta Pumacocha

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Während den 2000 Höhenmeter bergab wurde es wärmer und wärmer und im Tal war die Straße sogar asphaltiert, allerdings nur für 20 Kilometer. Dann hatte ich wieder meinen geliebten Schotter unter den Rädern und bergauf ging es natürlich auch wieder umgehend. Nach einem ganzen Tag bergauf radeln, befand ich mich schon wieder auf über 4000m. Die Kulisse war dabei mal wieder spektakulär und führte mich vorbei an einer ganzen Serie von Lagunen, die allesamt mit beeindruckenden Wasserfällen verbunden waren.

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Irgendwann endete jedoch die Straße. Um zum nächsten Abschnitt zu gelangen, standen mir 7 Kilometer Wanderweg bevor. Das Ganze war letztendlich weniger kompliziert als gedacht, obwohl ich 60 Prozent des Weges schieben musste und zwei Mal alle Taschen vom Rad nehmen musste, um meinen kompletten Kram ein paar Meter über Felsblöcke zu tragen. Das größte Problem waren eigentlich die Vorderradtaschen, die wegen der vielen Felsen und es unebenen Bodens  regelmäßig vom Gepäckträger flogen. Am Beginn der Schotterpiste waren Bauarbeiter gerade fleißig damit beschäftig die Straße zu verlängern.  Angeblich soll in vier Monaten schon die Straße fertig gestellt sein, dann wird das Stück für Radler deutlich einfacher sein.blog-31-von-87

7km Wanderweg. Nicht immer passte das Rad samt Taschen auf den Weg.

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An jenem Abend hatte ich gerade mein Zelt aufgebaut, als es plötzlich anfing zu stürmen, gewittern und hageln, als würde die Welt untergehen. Mein Zelt war durch einige haushohe Felsblöcke  zum Glück halbwegs geschützt. Doch nach einer viertel Stunde musste ich dennoch raus, um das Zelt von dem Gewicht der Hagelkörner zu befreien. Auf dem Boden lagen mittlerweile schon fast 20 Zentimeter..

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Es ging weiter wie zuvor und nach zwei weiteren Pässen erwartete mich die Carretera Central, die Hauptverkehrsstraße von Lima durch die Anden in den Osten des Landes. Dementsprechend war auch der Verkehr. Ein LKW nach dem anderen auf der gerade mal zweispurigen Straße ohne jeglichen Seitenstreifen. Nach den anderthalb autofreien Wochen, war das definitiv ein Schock für mich und war definitiv meine grausamste Straße Perus.

Nach den 20 Kilometer war der Schrecken jedoch vorbei und ich konnte endlich wieder in die Einsamkeit abbiegen, wo wieder ein Pass nach dem anderen auf mich wartete. Die langen Anstiege machten mir nun trotz des schweren Rades nicht mehr allzu viel aus und ich die atemberaubende Landschaft zog mich immer weiter in den Bann.

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Letzter Pass vor der Carretera Central

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Ich würde echt gerne wissen wie viele Serpentinen auf der Great Divide sind.

blog-45-von-87 blog-47-von-87Gewitter im Anmarsch.

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Und am morgen nach dem Gewitter.

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Fantastischer Sonnenuntergang auf 4700m.

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Kein schlechter Platz zum Aufwachen und Frühstücken.

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Doch auch die herzliche Gastfreundschaft der Menschen in den vielen kleinen Bergdörfern wird mir in Erinnerung bleiben. In Rapaz, wo ich eines Morgens eigentlich nur ein bisschen Brot kaufen wollte, um über den nächsten Pass zu kommen, fand zufällig gerade ein mehrtägiges Fest zu Ehren der Santa Rosa statt. Schon auf dem Dorfplatz wurde ich von der Dorfblaskapelle eingeladen mit Chicha de Jora zu trinken. Ein Getränk aus fermentiertem Mais, Früchten und wer weiß was noch. Angeblich war das Getränk schon in den präinkaischen Kulturen heilig und wir noch heute bei Festen in ganz Peru konsumiert. Der erste Becher schmeckte so naja, doch im Laufe des Tages wurde das Zeug doch noch genießbar.

Anders als geplant bin ich aus dem Dorf nicht mehr so schnell weggekommen. Auf der Suche nach Brot, meinten ein paar Jungs, ich solle mit zu ihrem Haus kommen, dort gäbe es Brot. Ich erwartete sie würden mich zu einem Laden führen, doch in ihrem Haus erwartete mich die ganze Familie und wenige Minuten später hatte ich nicht nur ein weitere Glas Chicha in meiner Hand, sondern auch einen ganzen Teller Mittagessen, Reis und Hühnchen. Nach den üblichen Gesprächen über meine Reise, wurde ich kurzer Hand überredet, bis zum nächsten Tag zu bleiben, um das Fest im Dorf mitzuverfolgen.  Den Pass hätte ich eh an dem Tag mit der Verzögerung eh nicht mehr geschafft.

Musikgruppen liefen den ganzen Tag durch die Straßen und von Haus zu Haus, spielten Musik, tanzten und tranken jede Menge Chicha, Bier und Schnaps. Nachmittags wurden zwei Statuen der Santa Rosa in der Kirche geschmückt und anschließend weiter getanzt. Großartig mal ein näheren Einblick in das Dorfleben zu kriegen, vor allem dank meiner unglaublichen Gastfamilie. Danke! Den Tag in Rapaz werde ich nicht vergessen.

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Meine Gastfamilie in Rapaz. Muchas Gracias por todo otra vez!

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Chicha de Jora trinken mit meinen neuen Freunden

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Rapaz

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Dorfbewohner in traditioneller Kleidung.

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Mit einem Tag Verspätung radelte ich also weiter Richtung Abra Rapaz, vorbei an einer riesigen Mine. Unheimlich wie der Bergbau selbst auf knapp 5000m noch die Landschaft verändert. Einziger Vorteil für mich, durch die Minen sind die Straßen meist in einem relativ gutem Zustand.

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Peruanische Gastfreundschaft. Eigentlich wollte ich einem Steinkreis in der Nähe Hauses zelten. Doch die Familien bestand darauf in einem Bett im Haus zu schlafen.

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So kocht man in den peruanischen Anden.

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Nach zwei weiteren Pässen folgte ein 80 Kilometer langer Downhill, von 4500 auf 1300, der tiefste Punkt der ganzen Route. Es wurde wärmer und wärmer, die Vegetation änderte sich rasend schnell, bis ich mich in einem tiefen engen Canyon befand. Während der langen Abfahrt dachte ich die ganze Zeit mit grauen daran, dass ich anschließend fast alle Höhenmeter auch wieder bergauf fahren musste.

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Im Canyon.

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 Auf 1300 Metern überquerte ich den Fluss, campte eine Nacht so tief wie seit Ewigkeiten nicht mehr, um am nächsten Morgen  den letzten langen Anstieg in Angriff zu nehmen. Vorbei an Kakteen und über unendlich viele Serpentinen schaffte ich 2000 Höhenmeter. So viel geschwitzt hatte ich seit den Yungas in Bolivien nicht mehr. Ich sehnte mich zurück an die frische Luft in den höheren Lagen.

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Der letzte lange Anstieg.

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Die Gruppe war dabei, die Straße zu säubern, also alle großen Steine und Unebenheiten zu beseitigen. Einen Monat zuvor ist auf der Straße ein Minivan verunglückt und mehrere hundert Meter in das Tal gestürzt.

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Ich kam so spät und vor allem erschöpft in einem Dorf an, dass ich zur Belustigung der Dorfbewohner mein Zelt einfach mitten auf dem Plaza aufstellte. Es hatte den Vorteil, dass ich morgens umgehend zum Frühstück eingeladen wurde. Frühstück in den Dörfern besteht meistens hauptsächlich aus Pellkartoffeln, ein bisschen Käse, Eier und Porridge, das so dünn ist, dass man es trinkt.

So gestärkt ging es weiter hinauf, bis ich mich wieder auf über 4000m befand, von wo es nicht mehr weit bis zur asphaltierten Hauptstraße war. Dem fieberte ich schon die ganzen die letzten Tage entgegen. Nach drei Wochen auf der Great Divide brauchte ich eine Pause. Trotzdem war ich so froh, die Route, trotz meiner anfänglichen Bedenken, geradelt zu haben. Es war definitiv einer der besten Rides in Südamerika soweit.

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Zelt auf dem Plaza. In den Bergdörfern kein Problem.

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La Cordillera Huayhuash.

Auf nach Peru

blog (1 von 57)Die Casa de Ciclistas in La Paz zu verlassen war nicht einfach. Ein gemütliches Apartment voller anderer verrückter Fahrradreisende, wird nicht so schnell langweilig werden. Doch nach 10 Tagen hatte ich dann doch das Gefühl Richtung Peru aufbrechen zu müssen. Zusammen mit Paul, der gerade erst ein Fahrrad in La Paz gekauft hatte, ging es los. Um die Stadt zu verlassen, mussten wir zunächst erstmal von La Paz nach El Alto hochradeln. Von 3600m auf 4000m auf einer viel befahrenen Straße, keinesfalls ein einfacher Start einer Fahrradtour für Paul. Nach zwei Stunden ließen wir die Andenmetropole schließlich hinter uns, doch das Fahrrad fahren wurde dennoch nicht besser. Eine ewig lange staubig Baustelle und Gegenwind machten den Rest des Tages ziemlich mühsam.
Am nächsten Tag wurde die Landschaft endlich interessanter, obwohl der Gegenwind uns immer noch zu schaffen machte. Am Ende des Abend konnten wir dank eines netten Hausmeister einer Schule in einem Klassenzimmer übernachten. Wahrer Luxus verglichen zu einer eiskalten Nacht im Zelt.

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Endlich kam der Titicacasee in Sicht. Obwohl es noch einige wenige höhere Seen gibt, keiner erreicht die Größe und Tiefe des Titicacasees. Unglaublich, dass auf 3800m Höhe überhaupt so ein riesiger See mit ein Fläche von 3.372 km2 existiert. Teilweise kann mach die andere Seite des Sees mit bloßem Auge nicht erkennen, man fühlt sich wie am Meer. Wir entschieden uns für die einsamere Route entlang des Nordost Ufers. Paul, der die andere Seite schonte kannte, meinte anschließend, dass die Nordostseite definitiv die schönere sei.blog (8 von 57)

blog (9 von 57)Über kleine Schotterstraßen mit fast gar keinem Verkehr ging es Richtung peruanische Grenze. Im letzten Dorf vor der Grenze bekamen wir auf einer winzigen Polizeistation unseren Ausreisestempel. 20km später waren wir in Peru, wobei ein richtiges Grenzschild gab es gar nicht und nur mein GPS zeigte uns, dass wir die Grenze passiert haben . Im ersten peruanischen Dorf, konnte uns die Polizei leider keinen Einreisestempel geben. Dafür wurden wir ins 200km entfernte Puno geschickt. Dass wir dadurch einige Tage mehr oder weniger illegal in Peru waren, störte die Polizisten zum Glück nicht. Ein paar Tage später holten wir uns unsere Stempel im Immigration Office in Puno, was überhaupt kein Problem war. Ich habe sogar ein 6 monatiges Visum bekommen.

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Da wir bis kurz vor Sonnenuntergang keinen Platz zum zelten gefunden, testeten wir die Gastfreundschaft der Peruaner schon an unserem ersten Tag in dem neuen Land. Und wurden umgehend überwältigt. Die Familie die wir fragten, schien erstmal unsere Anfrage nicht ganz genau einzuordnen, aber nach einigen Minuten Diskussion, von der wir nichts verstanden, da die Menschen in dieser Region Quechua sprechen, zeigten sie uns eine Scheune in der wir nächtigen konnten. Wir hatten eigentlich nur nach einem Platz für unsere Zelte gefragte, doch sie bestanden darauf, dass wir drinnen schlafen, es wäre viel zu kalt zum zelten. Dankbar nahmen wir das Angebot an und wurden sogar noch zum essen eingeladen. Zum Glück konnten wir noch von der Gastfreundschaft zurück zahlen und halfen einem der Kinder bei den Englisch Hausaufgaben.

 

 

 

blog (17 von 57)Am nächsten Morgen gab Victor uns noch eine große Schüssel Chuños und geröstete Bohnen mit auf den Weg. Chuños sind gefriergetrocknete Kartoffeln und ein typisches Essen in den Andenregionen von Peru und Bolivien. Durch die tiefen Temperaturen nachts und der intensiven Sonnenstrahlen tagsüber in der Höhe, dauert es nur ein paar Tage die Kartoffeln zu trocknen und so für lange Zeit haltbar zu machen. An dem Morgen vor dem Frühstück halfen wir einige Zeit die Kartoffeln zu schälen.

blog (19 von 57)Den nächsten Abend fragten wir in einem kleinem Ort, ob wir auf einem Spielplatz neben der Kirche zelten können, der Priester hatte kein Problem damit. Kurz nachdem wir unsere Zelte aufgebaut hatten, waren wir umzingelt von bestimmt 15 Dorfbewohnern. Keiner konnte so recht glauben, dass wir nicht frieren würden, obwohl wir erklärten, dass unsere Schlafsäcke uns ausreichend warm halten würden. Es dauerte nicht lange bis eine Familie uns in ihr Haus einlud. Erst versuchten wir uns noch rauszureden, doch letztlich gaben wir nach, packten die Zelte wieder zusammen und folgten ins warme Haus. Letztendlich war es auch viel spannender den Abend mit der Familie zu verbringen und einiges über Peru zu lernen, als alleine im Zelt zu liegen. Morgens wurden wieder mit einem riesen Frühstück überrascht. Reis, Kartoffeln und die Familie muss morgens noch ein Meerschweinchen geschlachtet haben, was eine Spezialität in Peru ist.

 

 

 

 

In einer Kleinstadt bevor Cusco, fragten wir in einer Feuerwehr nach einem Platz zum zelten. Doch statt zu zelten durften in einem 50 Jahre alten ausrangierten Krankenwagen schlafen. Sehr cool. Wir waren nicht die ersten Fahrradreisenden dort, wie Einträge in einem Gästebuch zeigten. Generell sind Feuerwehren beliebte Schlafplätze für Fahrradfahrer in Südamerika.

 

 

 

blog (25 von 57)Schließlich erreichten wir Cusco. Für mich war mal wieder an der Zeit für eine längere Pause, denn meine Mutter hatte spontan beschlossen, mich zu dort für drei Wochen zu besuchen. Wir hatten uns seit meiner Abreise aus Deutschland nicht gesehen, also über 2 Jahre und 9 Monate und dementsprechend war ich gespannt auf den Besuch.

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An Machu Picchu kommt man bei einer Perureise wohl nicht herum, obwohl ich eigentlich gar nicht auf solche großen Touristenattraktionen stehe und ich war im Vorfeld die ganze Zeit hin und gerissen, da es auch nicht gerade billig ist. Doch zusammen mit meiner Mutter musste ich natürlich dorthin und letztendlich hat es sich doch gelohnt. Obwohl ich es als Fahrradreisender absolut nicht gewöhnt bin, so schöne Orte mit hunderten von anderen Touristen zu teilen. Auf dem Rad sehe ich manchmal monatelang keinen einzigen Touristen. Die Zeit als Backpacker während dem Besuch meiner Mutter, hat mir mal wieder die Vorzüge von Reisen mit dem Fahrrad aufgezeigt.blog (32 von 57)Es gibt jede Menge Trekkingmöglichkeiten in der Gegend von Cusco. Ich entschied mich für den Ausangate Circuit. Ein vier bis fünf Tages Trek um den höchsten Berg der Region. Eine unglaublich schöne Wanderung, die Landschaft war einfach der Hammer und vor allem war der Trek alles andere als überlaufen und wir haben nur sehr wenige andere Wander getroffen.

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Der Regenbogenberg.
blog (38 von 57)Ben und Renaud, die ich in meinem Hostel in Cusco kennengelernt habe.

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blog (44 von 57)Die Belohnung nach fünf Tagen am Ende des Treks: Heiße Quellenblog (46 von 57)

Nach drei Wochen in Cusco und Umgebung, war es an der Zeit weiterzuradeln. Meine Mutter flog nach einer tollen gemeinsamen Zeit wieder nach Hause und ich machte mich alleine weiter Richtung Norden. Nach der Pause wollte ich nicht direkt auf anstregenden Schotterstraßen weiterradeln, auch wenn mich solche Strecken eigentlich mehr reizen, sondern entschied mich erstmal für asphaltierte Straßen. Wobei so einfach war es dann auch nicht. Es folgte ein 4000 Meter Pass nach dem anderen mit Tälern unterhalb von 2000 Metern dazwischen. Dementsprechend langsam kam ich voran, doch nach einiger Zeit gewöhnte ich mich an die viele Kletterei und die heißen Temperaturen in den Tälern. Generell bevorzugte ich trotzdem die höheren Lagen. Die dünne Luft machte mir nach der langen Zeit auf dem Altiplano nichts mehr aus, aber vor allem gab es im Gegensatz zu den Tälern keine Moskitos. In dem ersten Tal nach Cusco wurde ich zerstochen wie noch nie in meinem Leben. Ich hatte sicherlich über 50 Stiche jeweils an beiden Armen und Beinen, die auch noch übelst juckten, was vor allem Nachts die Hölle war. In der ersten Stadt kaufte ich direkt Mückenspray, damit war es etwas erträglicher.
blog (47 von 57) blog (48 von 57)Neugierige Kids wecken mich morgens in meinem Zelt.blog (49 von 57)Und ein weiteres Beispiel peruanischer Gastfreundschaft. Frühstück: Avocados, Kartoffeln, Mais

 

 

 

 

blog (53 von 57)Einer der vielen Pässe
blog (54 von 57)Und kurze Zeit später in einem Tal. Das interessante an den großen Höhenunterschieden ist, dass sich die Landschaft, vor allem die Vegetation, ständig ändert. Logischerweise war es auch ein ständiger Wechsel zwischen heiß und kalt. Während die Nächte auf 4000m eisig kalt waren, lag ich die Nächte in den Tälern schwitzend im Zelt.blog (1 von 1)

Obwohl ich nur über asphaltierte Straßen geradelt bin, war der Verkehr alles anderes stressig. Manchmal war die Straße nur einspurig und ich wurde nur ein zwei mal die Stunde von Autos überholt. Jetzt bin ich Huancavelica und gespannt auf die nächste Etappe.